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(Quelle:Shutterstock)

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Konkrete Situationen

"Ich habe den Verdacht, dass mein Kind Cannabis konsumiert."

14.07.2014

Suchen Sie das Gespräch und äußern Sie – ohne zu beschuldigen – Ihre Sorge. Beschreiben Sie, was Sie zu dieser Annahme bringt, welche Veränderungen Sie beobachtet haben und was Ihnen Sorgen bereitet. Wie reagiert Ihr Kind?

Wenn Ihr Kind bestreitet, Cannabis zu konsumieren, sprechen Sie nicht weiter über die Droge, sondern über auftretende Veränderungen im Verhalten, die Ihnen auffallen (z.B. im Freizeitverhalten, in der schulischen Leistungsfähigkeit): Wie kommt es zu diesen Veränderungen? Was kann man tun, um diese Situation zu verbessern? Vereinbaren Sie, dass Sie im Gespräch bleiben und regelmäßig nachfragen werden, wie es geht.

RN

"Ich habe in den Sachen meines Kindes Cannabis gefunden."

14.07.2014

Oft stoßen Eltern zufällig auf Cannabis, wenn sie vor dem Waschen die Hosentaschen leeren oder wenn sie im Zimmer ihres Kindes staubsaugen. Wenn sie beunruhigt sind, durchsuchen manche Eltern gezielt Rucksäcke, Zimmer etc. Dies schadet allerdings häufig mehr als es nützt, weil es das Vertrauensverhältnis in Frage stellt. Grundsätzlich raten wir dazu, mit dem Kind über die Sorgen zu sprechen, die Sie sich machen– und nicht zuerst nach Bestätigungen dafür zu suchen, dass etwas nicht gut läuft.

Wenn Sie Substanzen gefunden haben, die Sie für Rauschmittel halten, sollten Sie das Gespräch suchen und zuerst erklären, wie es zu diesem Fund gekommen ist.

  • „"Beim Waschen habe ich die Hosentaschen geleert und das hier gefunden."
  • "„Ich weiß, dass es nicht in Ordnung ist, dass ich deine Sachen durchsucht habe. Normalerweise würde ich das nicht tun, aber ich mache mir so große Sorgen, dass ich es dennoch getan habe. Offenbar gibt es etwas zu besprechen. Lass uns offen miteinander reden."
RN

"Mein Kind konsumiert Cannabis."

14.07.2014

Sprechen Sie über sich selbst und über die Sorgen, die Sie sich machen - ohne Ihr Kind zu beschuldigen. Und sprechen Sie nicht nur über Cannabis! Sprechen Sie auch darüber, was Sie sonst beobachten (Schule, Freundeskreis etc.) und fragen Sie nach, wie es Ihrem Kind generell geht. Wie sieht Ihr Kind die Situation hinsichtlich des Konsums, aber auch hinsichtlich Schule, Lehre, Freundeskreis etc.?

Wenn sich im Gespräch herausstellt, dass Ihr Kind Schwierigkeiten hat, besprechen Sie gemeinsam, welche Lösungen es dafür gibt und inwiefern diese Schwierigkeiten mit dem Konsum in Zusammenhang stehen könnten. Dazu kann z.B. auch ein (gemeinsamer) Besuch einer Beratungsstelle gehören. Äußern Sie Ihre Grundhaltung zu Cannabis und besprechen Sie mit Ihrem Kind Ihren Wunsch, dass es mit dem Konsum aufhört.

RN

"Wir können nicht miteinander sprechen."

16.07.2014

Äußern Sie Ihre Sorge und Ihr Bedauern darüber, dass Sie nicht miteinander sprechen können. Fragen Sie Ihr Kind, was diesen Kontakt seiner Meinung nach so schwierig macht. Schlagen Sie vor, gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, die diese Situation verbessern können. Sagen Sie, dass Ihnen dies sehr wichtig ist.

Ein einfaches "Wenn du mich nur in Ruhe lässt, ist alles in Ordnung!" können Sie nicht gelten lassen. Argumentieren Sie, dass Sie sich als Eltern das Wohlergehen der Kinder nicht nur wünschen, sondern auch dafür Verantwortung tragen. Dazu gehört, dass Sie erfahren, wie es Ihrem Kind geht und dass Sie Grenzen setzen.


Schlagen Sie Ihrem Kind einen gemeinsamen Besuch bei einer Jugend- oder Drogenberatungsstelle vor. Sie könnten dort gemeinsam mit einer dritten, neutralen Person versuchen, die Situation zu klären und den gemeinsamen Alltag wieder etwas zu entspannen. Wenn sich Ihr Kind nicht dazu bereit erklärt, sollten Sie selbst einen Kontakt mit Fachpersonen aus der Prävention, aus der Suchthilfe oder einer Erziehungsberatungsstelle herstellen.

RN

"Ich weiß nicht mehr weiter."

16.07.2014

Wenn Sie sich belastet oder überfordert fühlen, sollten Sie sich als Eltern jederzeit selbst an eine Fachstelle wenden, um Rat und Unterstützung zu erhalten. Zögern Sie nicht, sich diese Hilfe zu holen! Fachpersonen aus Jugend-, Erziehungs- sowie Sucht- und Drogenberatungsstellen können gemeinsam mit Ihnen besprechen, was Sie im Einzelfall tun können und Sie auf diesem Weg unterstützen.

RN