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Fachliteratur

Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (2017), Europäischer Drogenbericht 2017: Trends und Entwicklungen. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg.
Der Drogenbericht stellt die wichtigste Veröffentlichung der EMCDDA dar und beinhaltet die aktuellsten Daten über die Drogensituation in Europa sowie die einschlägigen Maßnahmen. Er bietet eine Fülle vielschichtiger Informationen und Analysen und basiert auf den jüngsten Daten und Statistiken, die von den nationalen Partnern übermittelt wurden.
Downloadmöglichkeit: http://www.dbdd.de/fileadmin/user_upload_dbdd/05_Publikationen/PDFs/EDR-2017_DE.pdf

akzept e.V. Bundesverband, Deutsche AIDS-Hilfe, JES Bundesverband: 4. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2017. Lengerich: Pabst Sience Publishers 2017
Die vierte Ausgabe des Alternativen Drogen- und Suchtberichts diskutiert die Gesetzeslage und strukturellen Rahmenbedingungen in vielen Bereichen von Drogenhilfe, -prävention und -recht, sowohl im Hinblick auf legale als auch auf illegale Drogen.
Downloadmöglichkeit: http://alternativer-drogenbericht.de/wp-content/uploads/2017/05/adsb2017_front.jpg

Angela Raab: Weißbuch Cannabis. Indikationen, Wirkungen, Risiken, Nebenwirkungen. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2016.
Häufig prallen mit den Gegnern und Befürwortern der Cannabislegalisierung extreme Positionen und Ideologien aufeinander, ohne dass den medizinisch-wissenschaftlichen Fakten Rechnung getragen würde. Dieses Buch informiert und gibt Einblick in sämtliche Bereiche der Cannabispflanze, von der Botanik, den Inhaltsstoffen bis hin zu den verbreiteten Handelsformen. Kompakt und präzise bietet das "Weißbuch Cannabis" einen aktuellen und leserfreundlichen Leitfaden zu allen Aspekten von Cannabis.
Mehr Informationen: https://www.mwv-berlin.de/weissbuch-cannabis

akzept e.V. Bundesverband, Deutsche AIDS-Hilfe, JES Bundesverband: 3. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2016. Lengerich: Pabst Sience Publishers 2016
2016 erschien der 3. Alternative Drogen- und Suchtbericht, der in verschiedenen Beiträgen zur aktuellen Drogenpolitik, dem Betäubungsmittelgesetz und Schadensminimierung kritisch Stellung nimmt. Auch zu Cannabis gibt es mehrere Artikel mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie z.B. medizinischer Einsatz, Modellversuche und Legalisierungsdebatte.
Downloadmöglichkeit: http://alternativer-drogenbericht.de/

Ingo Niermann/Adriano Sack: Breites Wissen... nachgelegt. Die seltsame Welt der Drogen und ihrer Nutzer. Berlin: Rogner & Bernhard 2015
Die komplett durchgesehene Neuauflage des 2007 erstmals erschienenen Klassikers wurde deutlich erweitert und ergänzt. " Viele neue Drogen, viele neue Nutzer, viel neues Wissen in neuer, noch rauschhafterer Gestaltung", so verspricht es der Verlag.
Mehr Informationen: www.rogner-bernhard.de

Andreas Müller: Kiffen und Kriminalität. Der Jugendrichter zieht Bilanz. Freiburg: Herder 2015
Circa vier Millionen Menschen in Deutschland konsumieren regelmäßig Cannabis. Sie alle müssen mit der Angst vor strafrechtlicher Verfolgung und sozialer Stigmatisierung leben. Der landesweit bekannte Jugendrichter Andreas Müller legt dar, welche gravierenden Folgen das Verbot der Droge hat und warum damit endlich Schluss sein muss. Legalisierung heißt Schutz, besonders auch für Jugendliche, davon ist Müller überzeugt.
Mehr Informationen: www.herder.de

Jörg Böckem, Henrik Jungaberle: High Sein – Ein Aufklärungsbuch. Berlin: Rogner & Bernhard 2015
„High Sein“ lautet der Titel des Buches von Jörg Böckem, Henrik Jungaberle mit Immanuel Jorg und Julia Kluttig. Der Untertitel „Ein Aufklärungsbuch“ lässt zunächst vermuten, dass mit abschreckenden Beispielen gearbeitet wird. Doch gerade dies will das Autorenteam vermeiden und wählt einen anderen Ansatz: das Buch beschreibt die Faszination, die psychoaktive Substanzen auf manche Menschen ausübt. Es bietet eine Mischung aus Fachinformationen zu den am meisten verbreiteten psychoaktiven Substanzen von Alkohol, Koffein und Nikotin über Cannabis, Amphetamine, Ecstasy und Medikamenten bis zu Kokain, Heroin, LSD und anderen natürlichen oder chemisch hergestellten Rauschmitteln. Eingeflochten sind Erfahrungsberichte von jungen Konsumierenden, die die Leserinnen und Leser an ihren positiven wie auch negativen Erfahrungen teilhaben lassen.

Das Autorenteam widmet dem Thema „Umgangsregeln“ ein eigenes Kapitel: Wie soll man über Alkohol und andere Drogen reden? Wie packt man dieses schwierige Thema an, das ideologisch aufgeladen und mit Emotionen befrachtet ist – sowohl für Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern wie auch Mitarbeitende der Polizei. Im Buch finden sich Gesprächsanregungen sowohl für junge Erwachsene als auch für Eltern, die gegenseitiges Vertrauen fördern und für gelingende Gespräche sorgen – durch Perspektivwechsel und respektvollen Umgang miteinander.
Mehr Informationen: www.rogner-bernhard.de

akzept e.V. Bundesverband, Deutsche AIDS-Hilfe, JES Bundesverband: 2. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2015. Lengerich: Pabst Sience Publishers 2015
2015 erschien der 2. Alternative Drogen- und Suchtbericht, der in verschiedenen Beiträgen zur aktuellen Drogenpolitik, dem Betäubungsmittelgesetz und Schadensminimierung kritisch Stellung nimmt. Auch zu Cannabis gibt es mehrere Artikel mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie z.B. medizinischer Einsatz, Entkriminalisierung, Psychosen und neuropsychologische Defizite.

Die Herausgeber des Alternativen Drogen- und Suchtberichts sind: akzept e.V. – Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, Deutsche AIDS-Hilfe und Selbsthilfe-Netzwerk JES Bundesverband. Er behandelt ein breites Themenspektrum von Alkohol und Tabak bis Heroin und soll helfen, Erkenntnisse der Sucht- und Präventionsforschung in dauerhaft erfolgreiche Maßnahmen zu übersetzen.
Downloadmöglichkeit: http://alternativer-drogenbericht.de/

Helmut Kuntz: Haschisch. Konsum - Wirkung - Abhängigkeit - Selbsthilfe - Therapie. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2012
Haschisch oder Marihuana sind die am häufigsten gebrauchten illegalen Drogen unserer Zeit. Der erfahrene Suchtexperte Helmut Kuntz gibt Rat für Konsumenten, ihre Angehörigen und Freunde. Ohne Vorurteile über die »Faszination« der Droge klärt er aber auch über alle damit einhergehenden Risiken auf.

Das Besondere an diesem Buch ist sein gründlicher Einblick in den Drogenalltag und in die Lebenswirklichkeit der vorwiegend jungen Konsumenten. Aus seiner langjährigen Beratungspraxis schildert der Autor authentische familiäre und außerfamiliäre Muster, die eine Abhängigkeit und den Missbrauch von Haschisch begünstigen. Jeweils ein »Service-Kapitel« für Mütter, Väter und für junge Erwachsene schließen das Buch ab.
Mehr Informationen: http://www.beltz.de

Steffen Geyer, Georg Wurth: Rauschzeichen. Cannabis: Alles, was man wissen muss. Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2008
Das Buch „Rauschzeichen“ erklärt, was beim Konsum von Cannabis im Körper geschieht, beschreibt Wirkungen und Nebenwirkungen ebenso wie die Folgen langfristigen Cannabisgebrauchs. An verständlichen Beispielen aus dem Alltag von Kiffern und deren Angehörigen wird erklärt, wie Abhängigkeit beginnt und wie man riskanten Konsum erkennt. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass bei einem riskanten Konsum die Gefahr besteht, dass ein Konsument eine Psychose entwickeln kann.
Die Autoren, die Mitarbeiter des deutschen Hanfverbandes sind, schildern, wie es zum Verbot der Hanfpflanze kam und wie Cannabis in der Medizin eingesetzt wird. Auch die Möglichkeiten von Hanf als Rohstoff kommen zur Sprache. Am Beispiel der Niederlande und der USA werden unterschiedliche Konzepte für den Umgang mit Cannabis vorgestellt. Daraufhin wird die drogenpolitische Situation in Deutschland beleuchtet und die Frage aufgeworfen, welche Gefahren und Chancen sich aus der Legalisierung von Cannabis ergeben können.

Brigitta Kolte, Henning Schmidt-Semisch, Heino Stövers (Hrsg.): Was tun, wenn Cannabis zum Problem wird? - Leitfaden für Konsumentinnen, Eltern, LehrerInnen und BerateInnen in der Drogenhilfe. Frankfurt am Main: Fachhochschulverlag 2006
Das Buch geht von der Grundannahme aus, dass der Gebrauch von Cannabis in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren angestiegen ist, so dass bereits von der „Alltagsdroge Cannabis“ gesprochen wird; vornehmlich wird sie im Jugendalter konsumiert.
Für einige Jugendliche kann der Cannabiskonsum unter bestimmten Bedingungen problematisch werden. Insofern wendet sich das Autorenkollektiv an Cannabis Konsumierende, denen die Kontrolle über ihren Konsum entglitten ist, aber auch an Personen, die als Eltern oder Angehörige, als Lehrer oder professionelle Berater mit solchen Problemen konfrontiert sind und nach Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung suchen. Probleme mit Cannabis können, nach Aussage der Autoren, nicht nur aus der Droge selbst, also aus pharmakologischen Wirkungen und Nebenwirkungen, sondern auch aus dem gesellschaftlichen Umgang mit der Substanz erwachsen.
Insofern sehen die Autoren ihre Aufgabe darin, erprobte und in der Praxis bewährte Ansätze und Methoden vorzustellen, die sich an jene wenden, die ihren Konsum verändern wollen. Dabei ist das Ziel nicht in erster Linie die Cannabisabstinenz, sondern zunächst vor allem der reflektierte und selbstbestimmte Gebrauch; als Lernziel wird das Stichwort der Risikokompetenz genannt. Im Praxisteils werden verschiedene Präventions- und Projektmethoden dargestellt.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gassmann (Hrsg.). Cannabis – Neue Beiträge zu einem alten Thema. Freiburg im Breisgau: Lambertus Verlag 2004
Die Autoren stellen ein umfangreiches Bild über die Substanz Cannabis dar. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass Cannabis als einzige echte Jugenddroge gesehen wird, deren Konsum meist in der Pubertät beginnt und im frühen Erwachsenenalter endet. Beginnend mit einer Studie über die psychosozialen Risiken des Cannabiskonsums, aktuellen Behandlungsstudien, und dem Interventionskonzept Fred wird ein Grundstein aus therapeutischer Sicht gelegt.
Erweitert wird diese Sichtweise durch die juristische Dimension, die sich spezifisch mit dem deutschen Hintergrund auseinandersetzt, und die in einen internationalen Vergleich zwischen der Drogenpolitik der Niederlande, der Schweiz und Großbritannien gipfelt. Immer wieder werden auch gesellschaftspolitische und kulturelle Zeitzeugen, sowie Politiker und andere Funktionsträger interviewt, so dass das die wissenschaftlich dominierte Perspektive des Bandes um ausdruckstarke Nachrichten aus der Welt des Faktischen bereichert wird. Die Beitragsammlung endet mit folgender Forderung: „Der Konsum von Cannabis birgt, gerade für jugendliche Dauerkonsumenten, erhebliche gesundheitliche Risiken. Dem ist mit Prävention, Beratung und Therapie offensiv und qualitativ zu begegnen, wobei der Handlungsbedarf in genannter Reihenfolge besteht.“

Dr. med. Eckart Schmidt: Cannabis - wann kann der Konsum problematisch werden. Hamburg: Mein Buch Verlag 2005
Dieses Buch möchte auf leicht verständliche Weise umfassend zu allen wichtigen Themen rund um den Cannabiskonsum informieren, und eine differenzierte Position zwischen Verteufelung und Verharmlosung vermitteln, ohne sich in Details zu verlieren. Der Autor ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und leitet ein Fachkrankenhaus für Drogenentzug, in dem er sich vor allem mit Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt.
Da es sich nicht um ein wissenschaftliches Buch handeln soll, breitet der Autor in erster Linie Erkenntnisse aus, die er aus seiner praktischen Erfahrung und der anonymen Befragung seiner Patienten gewonnen hat. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Grenzen zwischen einem „harmlosen“ und einem beginnenden gefährlichen Konsum fließend sind, wobei ein Gewohnheitskonsum zu erheblichen Defiziten in der persönlichen Entwicklung und zu chronischen Unzufriedenheitsgefühlen führen kann.
Deshalb weist der Autor darauf hin, dass Kinder und Jugendliche eine stabile Lebenskompetenz nur in sicheren und tragfähigen Beziehungen erwerben können. Sofern eine Familie dies nicht bieten kann, sieht er die Verantwortung in einer Kinder- und Jugendpolitik, die Einrichtungen schafft, die zusätzlich zur Familie andere Formen der annehmenden Versorgung und der notwendigen Auseinandersetzung bietet.

Lynn Zimmer, John P. Morgan, Mathias Bröckers: Cannabis Mythen – Cannabis Fakten. Eine Analyse der wissenschaftlichen Diskussion. Solothurn: Nachtschatten Verlag 2004
Lynn Zimmer und Johan P. Morgen, zwei Wissenschaftler aus New York , haben mit der Veröffentlichung ihrer Studie „Marijuana Myths – Marijuana Facts“ ein Werk erarbeitet, dass empirisch und nachvollziehbar aufklärt und mit Vorurteilen aufräumt, die bisher von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Aufgrund des wissenschaftlichen Hintergrundes und der umfangreichen Sichtweise ermöglicht das Buch dem Leser, sich grundsätzliche Positionen zur Drogenpolitik zu erschließen. Ziel der Autoren ist es Aufklärung zu betreiben. Dazu vergleichen sie die Drogenpolitik in den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Ihre Grundhaltung ist, dass der exzessive Cannabiskonsum durchaus gesundheitlich schädlich sein kann, der moderate Genuss von Cannabis aber in der Regel nur selten schädlich ist. Außerdem wirkt sich der generelle Cannabiskonsum auf verschiedene Parameter wie Motivation und Denkvermögen aus.

Lisa Lindberg, Christian Haasen. Wenn Cannabis der Seele schadet: Hilfe bei Sucht und psychischen Störungen. Düsseldorf: Patmos Verlag 2005
Das vorliegende Buch richtet sich vor allem Ärzte, Psychologen und Sozialpädagogen, die Ihr Wissen über die Doppeldiagnose Sucht und psychische Störung aktualisieren wollen, damit diese oft parallel auftretenden Störungen so früh wie möglich erkannt und fachgerecht behandelt werden können. Die Autoren breiten zuerst Grundlagenwissen über Cannabiskonsum und Abhängigkeit aus und gehen dann auf die psychischen Erkrankungen Schizophrenie, Affektive Störungen, Angststörungen, Zwangsstörungen und Selbstmordgefährdung ein.
Im zweiten Teil des Buches wird auf die Behandlung von Betroffenen eingegangen, um die Wechselwirkung zwischen Sucht und psychischer Störung zu beleuchten. Die Autoren stehen zu der These, dass psychische Störungen eine Sucht entstehen lassen kann, bzw. der Drogenkonsum die Entstehung psychischer Störungen begünstigen kann.
Im dritten Teil wird der Umgang mit Bezugspersonen, wie Eltern, Geschwistern, Verwandten, Freunden, Lehren besprochen, die dem Kranken so unterstützen und begleiten können, wie dies bei der Genesung wichtig ist. Ergänzt wird der dritte Teil durch einen umfangreichen Adressenpool.

Kai Uwe Petersen & Rainer Thomasius. Auswirkungen von Cannabiskonsum und –missbrauch. Eine Expertise zu gesundheitlichen und psychosozialen Folgen. Ein Systematischer Review der international publizierten Studien von 1996-2006. Lengerich: Pabst Science Publishers 2007
Auf der Basis der Forschungsarbeiten, die zwischen 1996 und 2006 zu organmedizinischen, psychischen und psychosozialen sowie neurokognitiven Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Cannabiskonsum publiziert worden sind, ermöglicht diese Expertise eine Betrachtung und Bewertung der Auswirkungen von Cannabiskonsum und –missbrauch nach aktuellem Wissenstand. Für diesen Zweck wurde 7.670 wissenschaftlichen Publikationen ausgewertet. Die Ergebnisse werden größtenteils in Texten, aber auch in Tabellen und Grafiken dargestellt.
Exemplarisch einige thesenartige Aussagen: Der Konsum der weltweit am häufigsten konsumierten illegalen Droge Cannabis wächst grundsätzlich und die Konsumenten werden immer jünger. Die Evidenz dafür, dass das Rauchen von Cannabis das Risiko hinsichtlich Atemwegserkrankungen und Krebs des Respirationstraktes erhöht, ist seit 1996 deutlich gestiegen. Auch gibt es den Beweis, dass regelmäßiger intensiver Cannabiskonsum zu Leistungsminderungen im Bereich des Gedächtnisses und Lernens führt. Die Anzahl behandlungsbedürftiger psychischen Störungen und die Behandlungsnachfrage, insbesondere unter jungen Männern, ist gestiegen.
Insgesamt bietet das Nachschlagewerk Medizinern, Psychologen, Pädagogen sowie Sozialarbeitern eine Orientierung- und Entscheidungshilfe bei der Einschätzung der Risiken für Cannabis konsumierende Personen.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. , Raphael Gassmann (Hrsg): Cannabis – neue Beiträge zu einer alten Diskussion. Freiburg: Lambertus-Verlag 2004
Der vorliegende Band informiert über die gesundheits- und gesellschaftspolitischen Möglichkeiten und Herausforderungen, die eine Fortentwicklung der Cannabispolitik beinhaltet. Dazu werden aktuelle Erfahrungen und Modelle aus dem In- und Ausland vorgestellt und die aktuellen Entwicklungen und die Notwendigkeiten beschrieben, die in diesem Bereich erforderlich sind. Die Ausführungen basieren dabei zum Teil auf den Beiträgen zur DHS-Expertentagung „Cannabis und Jugendschutz“ von September 2002. Die Herausgeber wollen mit dieser Publikation dazu anregen, die derzeitige Cannabisdiskussion dynamisch fortzuführen, statt den Status quo zu pflegen.

Lynn Zimmer, John P. Morgan, Mathias Bröckers: Cannabis Mythen – Cannabis Fakten. Eine Analyse der wissenschaftlichen Diskussion. Nachtschatten Verlag 2004
In dem vorliegenden Buch werden nicht nur die Wirkungen und Nebenwirkungen von Cannabis, sondern vor allem die Wirkungen und Nebenwirkungen der aktuellen Cannabis-Diskussion analysiert. Enthalten sind ausführliche Fakten sowohl zur Geschichte als auch zum Klima der politischen, juristischen und präventiven Diskussion in Bezug auf Cannabis in den USA und in Europa. Dabei zeigt das Buch die vielfältigen Ursachen und Hintergründe der teils verfahrenen Situation in der heutigen Debatte um Cannabis als Medizin und als Genussmittel. Laut Vorwort richtet sich das Buch an Eltern und Jugendliche, Beratungslehrer und Polizeibeamte, ebenso wie an Mitarbeiter von Einrichtungen zur Drogenberatung und an Politiker, die mit Novellen zur Drogengesetzgebung befasst sind.

Franjo Grotenhermen (Hrsg.): Cannabis und Cannabinoide. Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potential. Bern: Verlag Hans Huber 2004.
Das vorliegend Buch ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Risiken der Verwendung von Cannabisprodukten und ihrer medizinischen Anwendungsmöglichkeiten. Der Schwerpunkt liegt auf gesundheitlichen Aspekten, gesellschaftliche Aspekte werden weitgehend ausgeblendet.
In kontrollierten Studien wurde die Wirksamkeit von THC u.a. bei Querschnittslähmung, Multipler Sklerose, Schmerzerkrankung , Aids und in der Krebstherapie nachgewiesen. Fünfzig Wissenschaftler, sowohl Skeptiker als auch Befürworter einer medizinischen Nutzung, geben einen umfassenden Überblick über Botanik, Chemie, Pharmakologie, mögliche medizinische Anwendungsgebiete und toxikologische Aspekte.
Mit seinen fünfhundert Seiten bietet das Buch sich an, als Nachschlagewerk für Detailwissen zu dienen.

K.-L. Täschner : Cannabis - Biologie, Konsum und Wirkung. Köln: Deutscher Ärzte Verlag GmbH 2005.
K.-L. Täschner beschäftigt sich in seinem Buch, vor allem mit Cannabis aus empirisch-naturwissenschaftlicher Sicht und klammert die gesellschaftswissenschaftliche Sichtweise fast aus. Dabei behandelt er eine Fülle von Daten und Fakten, die sich mit der Verbreitung, den Ursachen und den Bedingungen des Cannabiskonsums, den Ergebnissen der Motivationsforschung und dem chemisch-biologischen Daten auseinandersetzen. Aufgrund seiner Tätigkeit als klinischer Psychologe, liegt das Augenmerk des Autors vorrangig auf der Wirkung der Droge bei einmaligen und bei chronischem Konsum. Täschner sieht die Gefährlichkeit des Haschischs als bewiesen an, wobei er auf das Abhängigkeitspotenzial, das Fördern von Psychosen und seine Rolle als Einstiegsdroge verweist. Gerade mit letzter These stellt sich der Autor als recht streitlustig dar, da er zudem sein Werk als Basisliteratur für Gutachter vor Gericht empfiehlt.

Arbeitsgruppe Hanf & Fuß: Unser gutes Kraut. Das Porträt der Hanfkultur. Solothurn/Lährbach: Nachtschatten Verlag 1994
Diese Untersuchung stellt eine der ersten empirischen Erhebungen mit Cannabiskonsumenten in der BRD und der Schweiz dar. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine „verwissenschaftlichte“ Darstellung, sondern es beschreibt ausführlich die unterschiedlichen Aspekte einer heute existierenden „Hanfkultur“. Bei der Stichprobe handelt es sich überwiegend um langjährige Konsumenten (N=627), so dass ein recht plastisches Bild einer spezifischen „Gebrauchskultur“ gezeichnet wird. Insofern dürfte dieses vergnügliche Lesebuch vor allen Dingen für diejenigen von Bedeutung sein, die sich für das „Innenleben“ der Hanfgebrauchskultur interessieren.

Wissenschaftlicher Beirat des Bundesverbandes für akzeptierende Drogenarbeit akzept e.V.(Hg.): Wider besseres Wissen. Die Scheinheiligkeit der Drogenpolitik. Bremen: Edition Temmen 1996
„Der Umgang mit Drogen hängt weithin davon ab, wie wir mit Drogen umgehen. Ob sie uns als Genussmittel dienen oder als „Rauschgift“ gelten, ist eine Frage kultureller Bewertung“. Diese Worte aus der Einleitung von Prof. Quensel verdeutlichen die Intention des gesamten Sammelbandes zur „Entzauberung von Drogenmythen“. Zum Cannabiskonsum finden sich eine Vielzahl von Beiträgen: Drogenlügen? Oder: wie kann man über Drogen aufklären? (Stephan Quensel); Cannabis (Eric Fromberg). Zwischen „Leistungsdroge“ und „Amotivationales Syndrom“- Drogenbilder und deren kulturelle Realität (Frank Nolte). Einstiegsdroge Cannabis? (Wolfgang Schneider); Cannabis im Straßenverkehr (Frank Nolte); „Nederweed“, „Euroweed“: Die Begründung für eine regulierte Produktion (Mario Lap). Abgerundet wird dieses kompetente Werk durch Kurzinfos zu den wichtigsten Drogen der heutigen Zeit.

Lester Grinspoon/James B.Bakalar: Marihuana: Die verbotene Medizin. Frankfurt/M.: Zweitausendeins Verlag 1994
Diese Arbeit ist wohl der bislang gründlichste Bericht zu Cannabis als Heilmittel. Dr. Ellis Huber, Präsident der Ärztekammer Berlin, schreibt in seinem Vorwort: „Das vorliegende Buch stellt einen gelungenen Beitrag dar, den medizinischen Erfahrungsschatz durch eindrucksvolle Berichte betroffener Menschen und verständliche medizinische Hintergrundinformation in einer überzeugenden Weise einem breiten Publikum bekannt zu machen“. Was dieses Buch darüber hinaus interessant macht, ist der Abdruck der wissenschaftlichen Forschungsarbeit von Franjo Grotenhermen und Michael Karus: Marihuana. Die rechtliche Situation in Deutschland. Der Stand der medizinischen Forschung.

Roger Liggenstorfer (Hg.): Neue Wege in der Drogenpolitik. Geschichte des Hanfs und der Drogenprohibition. Solothurn: Nachtschatten Verlag, 1991
Diese schon ältere Aufsatzsammlung eignet sich hervorragend zum Einstieg in die Cannabisdiskussion. Insbesondere die Beiträge von Thomas Kessler (Hanf - eine Pflanze fordert ihre Unschuld zurück), Pierre Joset (Problematik der heutigen Prohibition und mögliche Reformansätze), Andreas Manz (Medizinische Aspekte des Cannabisgebrauchs) und Andreas Giger (Hanf in unserer Gesellschaft) vermitteln einen guten Einblick in die gegenwärtige Cannabisdiskussion. Dieses Buch kann aufgrund der unterschiedlichen Blickrichtungen (Medizinische Aspekte des Hanfs, Kulturgeschichte, Verbotspolitik) jedem empfohlen werden, der einen ersten Einstieg ins Thema machen möchte.

Wolfgang Schneider: Risiko Cannabis? Bedingungen und Auswirkungen eines kontrollierten, sozial-integrierten Gebrauchs von Haschisch und Marihuana. Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit. Band 5. Berlin: Verlag für Wissenschaft und Bildung 1995
In diesem Buch wird einerseits die Kulturgeschichte von Cannabis nachgezeichnet und andererseits der Stand sozialwissenschaftlicher Forschung mit dem Ziel aufgearbeitet, einige noch immer gängige Mythen zum Haschisch- und Marihuanagebrauch zu relativieren (Suchtpotential von Cannabis, substanzbezogene Kausalität der Entwicklung eines amotivationalen Syndroms, Einstiegsdroge Cannabis etc.). Anhand lebensweltnaher Beschreibungen von Biographien wird die Möglichkeit eines langjährigen, kontrollierten Umgangs mit Cannabisprodukten aufgezeigt. Ohne Verallgemeinerungsabsichten zeigt sich - auch im Verbund mit neueren Forschungsergebnissen -, dass ein moderater Cannabisgebrauch durchaus in den „normalen“ Alltag integrierbar ist und nicht zwangsläufig zu einem Mittel der Problembewältigung auswachsen muss. Abgeschlossen wird diese qualitative Untersuchung durch die Konzeptualisierung präventionspolitischer Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt einer Neubewertung des Cannabiskonsums (sachgerechte Substanzaufklärung, Verbraucher- und Konsumberatung).

Hans Gros und die Redaktion Naturwissenschaften(Hg.): Rausch und Realität. Eine Kulturgeschichte der Drogen. 3 Bände. Stuttgart: Klett Verlag 1998 (erweiterte Neuauflage von 1982)
Das Standardwerk der Kulturgeschichte von Drogen liegt nun in einer wesentlich erweiterten und aktualisierten Form vor. Das Drogenthema wird hier umfassend aus den Perspektiven unterschiedlichster Disziplinen beleuchtet: Kulturhistoriker, Ethnologen, Mediziner, Soziologen und Rechtswissenschaftler geben Auskunft über Drogen in der heutigen Zeit, aber auch über den Gebrauch von Drogen aller Art zu anderen, längst vergangenen Zeiten und Orten. Bei der Neuauflage und in der Erweiterung („Drogen am Ende des 20.Jahrhunderts“) wurde darauf geachtet, dass die Texte einer breiten Leserschaft zugänglich sind. Sucht- und Drogenfachleute können mit dem nun zur Verfügung stehenden und aktuell ergänzten Gesamtwerk ebenso arbeiten, wie etwa Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und junge Erwachsene. Wie gesagt, ein Standardwerk!

Dieter Kleiber / Renate Soellner: Cannabiskonsum. Entwicklungstendenzen, Konsummuster und Risiken. Weinheim: Juventa Verlag 1998
Diese erste in der Bundesrepublik vorliegende analytisch- epidemiologisch angelegte Forschungsstudie zu den Bestimmungen unterschiedlicher Konsummuster von Cannabis (N= 1.458 cannabiskonsumierende Personen) konnte neben Gelegenheitskonsumenten drei verschiedene Muster gewohnheitsmäßigen Cannabiskonsums nachweisen: Individualkonsumenten, die vordringlich alleine und zu Hause konsumieren, Freizeitkonsumenten, die im Rahmen von Freizeitaktivitäten Cannabisprodukte konsumieren und gewohnheitsmäßige Dauerkonsumenten, die fast überall substanzintensiv Cannabis gebrauchen. Auch wenn die Ergebnisse nicht verallgemeinert werden dürfen (sie sind nur für das konkret untersuchte Kollektiv aussagekräftig), so liegt mit dieser Studie zum ersten Mal für den deutschsprachigen Raum eine Untersuchung vor, die anhand einer heterogenen Stichprobe die vielfältigen Ausprägungsformen des Cannabisgebrauchs erfasst und empirisch differenziert darstellt. Neben vielen interessanten Einzelergebnissen widersprechen die Ergebnisse der sogenannten Eskalationsthese, „wonach der Konsum von Cannabis mit zunehmender Dauer quasi substanzinduziert härtere Konsumformen wahrscheinlicher und somit einen Ausstieg unwahrscheinlicher macht“ (S.174). Obwohl aufgrund der „wissenschaftlichen Sprachregelung“ nicht immer einfach zu lesen, kann diese Studie als Meilenstein in der Cannabisforschung angesehen werden.

Dieter Kleiber / Karl-Artur Kovar: Auswirkungen des Cannabiskonsums. Eine Expertise zu pharmakologischen und psychosozialen Konsequenzen. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 1998
Neben der Forschungsarbeit zu den Entwicklungstendenzen des Cannabiskonsums wurde vom Bundesministerium für Gesundheit eine Expertise in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Cannabiskonsums im Rahmen des internationalen Forschungsstandes analysieren sollte. Mit dieser Expertise liegt nun ein relativ leicht verständliches und gut gegliedertes Werk der breiten Öffentlichkeit vor: Es werden die pharmakologischen und toxikologischen Wirkungen, die psychischen und sozialen Konsequenzen des Cannabiskonsums und die medizinischen Anwendungsgebiete in aller Ausführlichkeit analysiert und beschrieben. Die Autoren dieser Expertise kommen zu der Schlußfolgerung, „dass Wirkungen und Konsequenzen des Cannabiskonsums nicht die Gefährlichkeit und Dramatik besitzen, wie dies noch überwiegend angenommen wird. Der Konsum der Droge ist dennoch nicht frei von Risiken“ (S.252).

Peter Raschke / Jens Kalke: Cannabis in Apotheken. Kontrollierte Abgabe als Heroinprävention. Freiburg: Lambertus Verlag 1997
Das vorliegende Buch basiert auf dem Gutachten, das für das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium zur Vorbereitung eines Antrages an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Abgabe von Cannabis in Apotheken erstellt wurde. Dieser Antrag ist inzwischen durch das Bundesinstitut abgelehnt worden. Trotz eines etwas irritierenden Untertitels (Einstiegsdrogentheorie!) kann das schmale Bändchen jedem empfohlen werden, der sich mit der „Cannabisproblematik“ intensiver beschäftigen will. Im ersten Kapitel wird die gegenwärtige Cannabispolitik in der Bundesrepublik auch unter historischen Aspekten aufgearbeitet. Beim zweiten, dritten und vierten Kapitel handelt es sich um die Darstellung der Zielsetzungen und Begründungen des schleswig-holsteinischen Modellvorhabens. Das fünfte Kapitel enthält eine gelungene Präsentation des wissenschaftlichen Standes der Cannabisforschung (Wirkungen und Risiken des Gebrauchs, Erstkontakt mit Cannabis, Einstiegsdrogenthese, Dammbruchthese, Kulturfremdheitsthese). Leider kommen präventive Aspekte in diesem Buch etwas schmalbrüstig daher, was den Informationswert dieses Buches jedoch nicht schmälert. Abgeschlossen wird dieser Gesamtbericht durch eine interessante Darstellung der öffentlichen Diskussion in den Medien zum Modellvorhaben (Cannabis in Apotheken).

Verein zur sozialen und psychotherapeutischen Betreuung Suchtmittelgefährdeter e.V.(Hg.): Cannabiskonsum heute: Perspektiven für Pädagogik, Beratung und Prävention. Dokumentation zur Fachtagung „Cannabiskonsum heute. Berlin 1998 (erhältlich bei: Therapieladen e.V. Potsdamerstr. 131, 10783 Berlin)
Diese Dokumentation der Fachtagung „Cannabiskonsum heute: Perspektiven für Pädagogik, Beratung und Prävention“, die am 16.1.1998 in Berlin stattfand, enthält die einzelnen auf dieser Tagung gehaltenen Vorträge: Die Cannabisstudie: Entwicklungstendenzen und Konsummuster von Cannabis (H.P.Tossmann), Therapie bei Cannabisabhängigkeit (P.v.Dalen), Drogenkonsumenten in der Jugendhilfe: Integration und Vernetzung (F.Degenhardt), Cannabis als Alltagsdroge? Herausforderungen für die Sekundärprävention (H. Becker), Vorstellung von zwei neuen Cannabisbroschüren für jugendliche Konsumenten und Multiplikatoren (B. Spohr). Insbesondere der Beitrag von H. Becker zur Sekundärprävention enthält richtungsweisende Aspekte zum Umgang mit drogenkonsumierenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So plädiert er für eine Kombination gesundheitsfördernder und lebenskompetenzorientierter Präventionsmaßnahmen mit risikoakzeptierender und schadensbegrenzender, regelorientierter Prävention als Konsumentenberatung im Sinne einer sachgerechten, lebensweltnahen Substanzaufklärung. Dies kann beispielsweise durch Broschüren und Flyer, die sich an so oder so Gebrauchende „vor Ort“ richten und Empfehlungen für einen möglichst vernünftigen, risikominimierenden Umgangs mit Cannabisprodukten enthalten, geschehen (Beispiel: Konsumentenbroschüre mit „Kiffertest“ des Therapieladens Berlin, Potsdamerstr. 131, 10783 Berlin; Flyer „Cannabis“ des Drogenhilfevereins Indro e.V., Bremer Platz 18 - 20, 48155 Münster).

Peter Hadorn: Hanf. Einblick in die soziale Lebenswelt langjähriger Hanfkonsumenten. Köniz: Edition Soziothek 1996
In dieser qualitativen Forschungsarbeit zur Lebenssituation langjähriger Cannabiskonsumenten werden einige Konsumenten ausführlich hinsichtlich ihrer Gebrauchskarriere und ihrer aktuellen Lebenssituation mit Cannabisgebrauch befragt. Die präsentierten Interviews verschaffen - jenseits einer auch nur angenommenen Repräsentativität und Verallgemeinerbarkeit - einen tiefen Einblick in die soziale Lebenswelt langjähriger Cannabiskonsumenten. Sie verdeutlichen die „subjektive Perspektive“ des Eigensinns erlebter Handlungen (insbesondere zum Cannabisgebrauch, Wirkungen und Alltagspraxis). Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die sich mit der „inneren“ Seite des Cannabisgebrauchs auseinandersetzen wollen.

Karl-Ludwig Täschner: Das Cannabisproblem. Haschisch und seine Wirkungen. 3.Auflage. Wiesbaden: Akademische Verlagsgesellschaft 1986
Vielleicht mehr als eine historische Reminiszenz muss auch das „Standardwerk“ zu Cannabis erwähnt werden. Der Autor hat mit dieser Monographie ein bedeutendes Buch zur „Cannabisproblematik“ vorgelegt und insbesondere zu den Cannabiswirkungen, zur Gefährlichkeit von Cannabis vielfältige Ausführungen gemacht. Der Psychiater Karl-Ludwig Täschner gilt auch heute noch als Verfechter der Einstiegsdrogentheorie. Zwar schränkt der Autor die These eines automatischen Durchschreitens von „weichen“ zu „harten“ Drogen durch das Fehlen einer Kausalität ein, behauptet aber: „Andererseits ist aber nicht zu bestreiten, dass ein Teil der regelmäßigen Cannabiskonsumenten auf stärker wirkende Drogen übergeht“ (S.169). Im Hinblick auf eine ausgewogene Betrachtungsweise der Auswirkungen des Cannabisgebrauchs ist jedoch die Lektüre „Das Cannabisproblem“ auch heute noch zu empfehlen.

Lorenz Böllinger(Hg.): Cannabiswissenschaft. Von der Prohibition zum Recht auf Genuss. Frankfurt: Peter Lang Verlag 1997
Dieses Buch enthält die Vortragsbeiträge einer internationalen Tagung „Cannabis-Politik“, die im Oktober 1995 an der Universität Bremen stattfand. Dieser Sammelband umfasst viele wichtige Forschungsbeiträge zu den unterschiedlichsten Aspekten des Cannabiskonsums, so z.B. die Untersuchungsergebnisse einer Cannabisstudie aus Amsterdam (Peter Cohen/Arijan Sas), eine Zusammenfassung der berühmten Studie „Cannabis und Fahrtüchtigkeit“ von Hindrik Robbe, die Ergebnisse einer Cannabisstudie aus Kanada (Patricia G. Erickson/Benedikt Fischer), den Stand der Cannabisforschung in Amerika (Lana Harrison). Neben vielen anderen Beiträgen ist weiterhin der Aufsatz des Richters Hartmut Schneider hervorzuheben, der interessante rechtliche Perspektiven einer möglichen Entkriminalisierung des Cannabisverkehrs diskutiert. Leider nur in einer englischen Fassung liegt hier auch der viel diskutierte Aufsatz von John Morgan und Lynn Zimmer zu den Marihuana-Mythen vor. Dieses Buch dürfte für all diejenigen von Bedeutung sein, die sich intensiv mit der internationalen Cannabisforschung beschäftigen wollen.

Jürgen Neumeyer(Hg.): Cannabis. Gersthofen: Hans Schickert Verlag 1996
In diesem Buch werden die neusten Fakten und Erkenntnisse über Cannabis von fachkundigen Autorinnen und Autoren zusammenfassend vorgestellt. So können sich die Leserinnen und Leser in kurzer Zeit einen sachgerechten Überblick zu Fakten aber auch zu Meinungen über Cannabis verschaffen: Weder die Diskussion über Faserhanf, noch die Forderungen nach Wiederzulassung der Medizin Cannabis werden in diesem Kompendium außer Acht gelassen. Im Zentrum der Diskussion steht jedoch die politische und rechtliche Auseinandersetzung mit der Droge Cannabis. Darüber hinaus enthält dieses Buch auch das wichtige Gutachten von Prof. Köhler „Verbot und Bestrafung des Cannabis-Umgangs nach internationalem Recht", das dieser im Auftrag der Landesregierung Schleswig-Holsteins erstellt hat. Außerdem ist hier auch eine Zusammenfassung des Cannabisgutachtens des Bremer Instituts für Drogenforschung (BISDRO) aufgeführt. Insgesamt gesehen handelt es sich bei dieser Publikation um eine wahre Fundgruppe im Rahmen der gegenwärtigen Cannabisdiskussion.

Hai / Rippchen: Hanf-Handbuch. Solothurn: Nachtschatten Verlag 1996
Inzwischen existiert eine Vielzahl an Literatur, die der Hanfszene zuzurechnen ist, ja selbst Hanfmagazine (Hanf, Grow, Hanfblatt etc.) sind inzwischen an jedem Kiosk zu kaufen. Eine sachliche Auseinandersetzung erfordert auch die Kenntnis dieser Literatur. Aus der Vielzahl diesbezüglicher Veröffentlichungen sei das Hanf-Handbuch herausgegriffen. Dieses Handbuch richtet sich an den Verbraucher und enthält insofern neben einer ausführlichen Beschreibung der Botanik und Anbauform auch genaue Darstellungen der Cannabiswirkungen. Auch die politische Debatte kommt in dieser Veröffentlichung nicht zu kurz, ist jedoch recht einseitig und kompromisslos ausgerichtet.
Dieses umfangreiche Werk bündelt alles, was in der entsprechenden Hanfszene diskutiert wird und präsentiert gar eine recht ausgewogene Diskussion verschiedener Legalisierungsmodelle. Wer „die Szene“ etwas kennenlernen will, müsste dieses Buch gelesen haben.

Peter Tossmann: Haschisch. Lebensprobleme und Drogenabhängigkeit, Ein Ratgeber für Eltern und Jugendliche. Weinheim: Beltz Verlag 1996
Der Autor präsentiert in dieser Veröffentlichung Lebensgeschichten von Menschen, die mit dem Haschisch- und Marihunakonsum Probleme haben. Er spricht demzufolge auch von einer problematischen Form der Lebensbewältigung. Doch der Autor stellt auch klar, dass die hier dargestellte Form des Haschischkonsums eine spezifische ist, und dass „Haschischkonsum weder zwangsläufig noch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Haschischabhängigkeit nach sich zieht“(S.10). In dieser Publikation werden denn auch sechs Lebensgeschichten breit dokumentiert, die zeigen sollen, dass es durchaus - wie bei jedem Drogengebrauch(legal/illegal) - Entwicklungsbedingungen gibt, die zu einem problematischen und damit auch psychisch belastenden Umgang mit Cannabisprodukten führen können. Leider gerät die zusammenfassende Interpretation dieser Lebensgeschichten doch etwas zu dürftig, so dass die Leserschaft nach der Lektüre ziemlich ratlos bezüglich der Intention des Buches sein dürfte. Trotzdem ist hier gerade die lebensbiographische Perspektive von Bedeutung, da in vielen Veröffentlichungen die eigentlichen Betroffenen meist nicht zu Wort kommen.