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AHOJ-G Kriterien

Die Niederländer gehen pragmatischer mit gesellschaftlichen und gesetzlichen Konfliktfeldern um und nehmen häufiger Kurskorrekturen ihrer jeweiligen Rechtspraxis vor.

Auch der Verkauf kleinerer Mengen Cannabis in den Coffeeshops ist demnach strafbar, wird in der Praxis aber nur verfolgt, wenn sich Betreibende nicht an die so genannten AHOJ-G Kriterien halten.

16.07.2014
  • A steht für „no Advertising“, d.h. es darf keine Werbung für Drogen erfolgen.
  • H steht für „keine harten Drogen“, d.h. es dürfen keine harten Drogen wie Kokain, Heroin, Amphetamin, LSD, etc. verkauft werden.
  • O steht für „no Overlast“, d.h. es dürfen keine Belästigungen für die Umgebung entstehen.
  • J steht für „keine Jugendliche“, d.h. es dürfen keine Drogen an Personen unter 18 Jahren verkauft werden, und
  • G steht für „keine großen Mengen“, d.h. es dürfen pro Kunde höchstens 5g Cannabis abgegeben werden.

Darüber hinaus darf Minderjährigen der Zutritt nicht gestattet werden und die erworbenen Cannabisprodukte müssen in der Regel vor Ort im jeweiligen Coffeeshop konsumiert werden.

Mit dieser speziellen Coffeeshop-Regelung soll eine Trennung der Märkte für harte und weiche Drogen erreicht werden. Man möchte verhindern, dass Cannabiskonsumierende mit harten Drogen und/oder mit schwerwiegender Kriminalität in Kontakt kommen. Des Weiteren soll auch dem Drogentourismus, insbesondere aus Deutschland, Einhalt geboten werden. Die 5g-Grenze, der „Vor Ort“-Konsum und das bestehende Ausfuhr- und Schmuggelverbot sollen die Anziehungskraft der Coffeeshops auf die deutschen Cannabiskonsumierenden verringern.

Bei Verstößen wird von den niederländischen Behörden ein Strafverfahren eingeleitet, das von einem deutschen Staatsanwalt am Wohnort der Beschuldigten in der Bundesrepublik Deutschland weiter verfolgt wird.
Selbst wenn mit einer Einstellung gemäß § 31 a Betäubungsmittelgesetz gerechnet werden kann, bleibt immer noch der Tatbestand des versuchten Einfuhrschmuggels aus den Niederlanden in die Bundesrepublik Deutschland. Hier muss in jedem Fall mit einer Anklage vor einem deutschen Gericht gerechnet werden.
Grundsätzlich gilt:
Deutsche Cannabiskonsumierende gehen ein erhöhtes strafrechtliches Verfolgungsrisiko ein, wenn sie in den Niederlanden oder auf der Rückreise mit Cannabisprodukten angetroffen werden.

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