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Neue Ausschreibung für medizinisches Cannabis

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Foto: BfArM/Frank Rümmele

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Foto: BfArM|Frank Rümmele

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bekanntgab, wurde eine neue Ausschreibung für den Anbau und den Kauf von Cannabis ausschließlich zu medizinischen Zwecken veröffentlicht. Eine erste Ausschreibung des BfArM musste aufgrund eines Beschlusses des Oberlandesgerichts Düsseldorf im Frühjahr aufgehoben werden.

Die ursprüngliche Ausschreibung war daran gescheitert, dass die Einreichungsfrist nach einer Änderung des Verfahrens nicht ausreichend gewesen sei.

26.07.2018

Die neue Ausschreibung umfasst die Produktion von insgesamt 10,4 Tonnen Cannabis verteilt auf vier Jahre zu jeweils 2,6 Tonnen. In der ersten Jahreshälfte 2019 sollen die Zuschläge erteilt werden, so dass erstmals 2020 mit einer Cannabisernte in standardisierter pharmazeutischer Qualität in Deutschland zu rechnen ist.

Anbau, Verarbeitung und Inverkehrbringen von Cannabis zu ausschließlich medizinischen Zwecken unterliegt

  • staatlicher Kontrolle,
  • der "Maßgabe der völkerrechtlichen Vorgaben des Einheitsübereinkommens der Vereinten Nationen über Suchtstoffe von 1961" und
  • allen arznei- und betäubungsmittelrechtlichen Anforderungen, insbesondere den Vorgaben der "Guten Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen" (Good Agricultural and Collection Practice, GACP) sowie den Vorgaben der relevanten Monografien und Leitlinien.

Dies gilt sowohl für in Deutschland angebautes und verarbeitetes medizinisches Cannabis als auch für Importe aus anderen Ländern. Importe sind notwendig, solange in Deutschland noch nicht angebaut wird bzw. die angebaute Menge nicht ausreicht, um die Versorgung der berechtigten Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.

Die "Cannabisagentur", die beim BfArM in Bonn angesiedelt ist, kauft den beauftragten Unternehmen das Cannabis ab, nimmt es in Besitz und legt einen Herstellerabgabepreis fest, zu dem es an Arzneimittelhersteller, den Großhandel und Apotheken abgegeben wird. Einen Gewinn darf die "Cannabisagentur" damit jedoch nicht erzielen.

Seit März 2017 dürfen Ärztinnen und Ärzte medizinisches Cannabis verschreiben, dessen Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Derzeit muss das medizinische Cannabis noch importiert werden – das soll sich mit dem Anbau in Deutschland unter den vorgenannten Bedingungen ändern.

 Weitere Informationen

https://www.bfarm.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/pm7-2018.html

 

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