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Neue Studie zum Zusammenhang von Cannabiskonsum und Psychose

Die aktuelle Studie eines internationalen Forscher/innen-Teams untersuchte den Zusammenhang von THC-Gehalt und Auftreten von Psychosen bei Cannabiskonsument/innen. Sie bezogen dabei Daten der örtlichen Gesundheitsbehörden aus Amsterdam, London und Cambridge (Großbritannien), Gouda und Voorhout (Niederlande), Paris und Puy de Dôme (Frankreich), Madrid und Barcelona (Spanien) sowie Bologna und Palermo (Italien) ein.

26.03.2019

Im Rahmen der Studie werteten die Wissenschaftler/innen die Daten von Patient/innen aus, bei denen zwischen 2010 und 2015 erstmals eine Psychose nach ICD-10 diagnostiziert worden war. Einbezogen wurden dabei auch Beginn, Dauer, Häufigkeit und Menge ihres Cannabiskonsums aktuell und Lebenszeitprävalenz, aber keine Laboruntersuchungen von Urin-, Blut- oder Haarproben. Der tatsächliche Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) sowie Cannabidiol (CBD) wurde in diesem Studiendesign nicht erhoben.

Um die Wirkstoffgehalte einzuschätzen, griffen die Forscher/innen auf eine andere europäische Studie zurück, die Ende 2018 erschien und die aufzeigt, dass sich der durchschnittliche THC-Gehalt durch neue Züchtungen in den letzten Jahren ungefähr verdoppelt hat. Vor allem bestimmte Sorten in den Niederlanden wie Nederwiet verfügen mit 22 Prozent und Nederhasj mit bis zu 67 Prozent über besonders hohe THC-Gehalte. Als stark gilt ein THC-Gehalt von über 10 Prozent.

In London kursieren laut Studie Cannabisprodukte mit durchschnittlich 14 Prozent, in Italien, Spanien und Frankreich würden hauptsächlich Sorten mit unter 10 Prozent konsumiert. In Verbindung mit den Daten zur Häufigkeit einer Psychose zeigte sich: in den Städten, in denen mehr hochpotentes Cannabis konsumiert wurde – Amsterdam, London und Paris – war die Rate an erstmalig diagnostizierten Psychosen am höchsten.

Das Risiko, an einer Psychose zu erkranken, lag demnach bei den Personen, die täglich hochpotentes Cannabis konsumierten, viermal höher als bei Menschen, die nie konsumiert hatten. Der seltene Gebrauch von hochdosiertem Cannabis zeigte eine geringere Korrelation wie auch der tägliche Gebrauch von Cannabis mit weniger als 10 Prozent Wirkstoffgehalt

Aus der Studie geht zwar ein statistischer Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Häufigkeit von Psychosen hervor. Sie kann aber nicht belegen, wie Ursache und Wirkung zusammenhängen und ob der Häufigkeit der Psychose in europäischen Großstädten möglicherweise weitere Aspekte zugrunde liegen könnten.

Weitere Informationen

Studie zum Zusammenhang von Psychose und Cannabiskonsum

https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(19)30048-3/fulltext (Originalveröffentlichung)

 http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kiffen-je-staerker-das-cannabis-in-der-stadt-desto-haeufiger-sind-psychosen-a-1258831.html

Studie zu hochpotentem Cannabis mit hohem THC-Gehalt

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/add.14525

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cannabis-studie-die-potenz-von-haschisch-steigt-und-damit-das-gesundheitsrisiko-a-1245899.html

 

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