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Kaiser She Nung mit Cannabispflanze

Kaiser She Nung mit Cannabispflanze

Cannabis ist altbekannt

27.11.2014

Die ältesten Hanffunde in Asien datieren auf etwa 10.000 vor Christi Geburt. Vermutlich ursprünglich im Himalaya-Gebiet beheimatet, verbreitete sich die robuste Pflanze im gesamten fernen Osten und gelangte über Vorderasien nach Europa und Afrika. "Kaiser She Nung gilt in China als erster Entdecker des Heilmittels Hanf." (Zitat + Bildquelle: Herer, Jack 1993: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf. (Zweitausendeins), 121.) Historische schriftliche Überlieferungen belegen eine vorchristliche Verwendung zu vielfältigen Zwecken als kultisches Rauschmittel, als Heilpflanze, zur Ernährung, zur Fertigung von Seilen, Fischernetzen, Papier und textilen Stoffen u.a. im alten China, in Indien, Assyrien, im Ägypten der Pharaonen, im antiken Griechenland.

Die erste bekannte Erwähnung der medizinischen Verwendung von Cannabis geht auf ein klassisches Arzneimittelbuch der chinesischen Medizin zurück, dem Shen Nung Ben Ts’ao, welches der Legende nach im Jahre 2737 vor Christus niedergeschrieben wurde. Im chinesischen Begriff "„Ma"“ für Cannabis schwingt eine negative Assoziation mit, welches auf die Bekanntheit unerwünschter psychischer Wirkungen schließen lässt. In der vierten Sammlung der Veden, den heiligen Schriften der vedischen und hinduistischen Religion, dem Atharvaveda, welches zwischen 1500 und 1200 vor Christus verfasst wurde, wird Hanf als magische und heilende Pflanze beschrieben.

In heißen Regionen bildete der Hanf im Allgemeinen mehr von dem THC-reichen Harz als in eher kühlen Klimazonen, so dass der "indische Hanf" beim Konsum stärkere Rauschwirkungen hervorrief als Hanf aus Mitteleuropa. Diese Regel wurde erst durch moderne Züchtungsmethoden durchbrochen.

AK

Cannabis in Deutschland

21.08.2008

Funde von Hanfsamen im Rheinland (Neuss) und Hessen (Butzbach) deuten darauf hin, dass Cannabis seit Beginn unserer Zeitrechnung in der Gegend des heutigen Deutschlands angebaut wurde. Die erste schriftliche Nennung findet sich im Capitulare Karls des Großen (um 800). Im Vordergrund stand die Nutzung als Faserlieferant sowie die Verwendung der Samen in der Nahrung. Seit dem Mittelalter ist in vielen Kräuterbüchern die Anwendung zu Heilzwecken beschrieben, etwa bei Hildegard von Bingen (geb. 1099), die Hanfsamen als schmerzlinderndes Mittel erwähnte.

Auch die berauschenden Eigenschaften sind seit vielen Jahrhunderten bekannt und werden in verschiedenen Abhandlungen beschrieben. So heißt es in Otto Brunsfels Kräuterbuch aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, Hanf mache "doll im kopff". In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand Hanf Eingang in die moderne westliche Medizin. Vor allem im angloamerikanischen Sprachraum entstanden eine Anzahl medizinischer Abhandlungen über die Verwendung des "indischen Hanfes" bei Schmerzzuständen, Epilepsie, Tetanus, Asthma, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit, um nur einige Indikationen zu nennen, aber auch im deutschen Sprachraum wurden einige Doktorarbeiten und Beiträge für Fachzeitschriften verfasst. Die Nutzung der berauschenden Qualitäten war überwiegend auf Künstlerkreise beschränkt. Daneben rauchte so mancher deutscher Hanfbauer seinen im Vergleich mit heutigem Marihuana vergleichsweise THC-armen Hanf als Tabakersatz und nannte ihn "Kraut" oder "Knaster". Im Zuge der Studentenbewegung der sechziger Jahre verbreitete sich die Verwendung von Drogenhanfprodukten auf weitere Kreise der Bevölkerung. Die durch internationale Vereinbarungen auf viele Länder ausgedehnte Verbotspolitik führte zur Aufnahme von Cannabis in das deutsche Betäubungsmittelgesetz von 1972 als nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel. 

Seit 1996 ist der Anbau von Nutzhanf in Deutschland wieder zugelassen. Wie in anderen Ländern der Europäischen Union wurden die THC-Gehalte von landwirtschaftlich angebautem Hanf auf eine Konzentration von 0,3 Prozent in den Blättern des oberen Pflanzendrittels beschränkt, um mögliche pharmakologische Effekte auszuschließen.

SiM