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Richtlinien für den Cannabis-Konsum

Canada ist einer der Staaten, die den Konsum von Cannabis legalisieren wollen. Schon 2011 wurden dort vom "Centre for Addiction and Mental Health" (CAMH) erstmals Regeln für einen schadensminimierenden Umgang mit dieser Substanz veröffentlicht. Nun überarbeitete ein internationales Forschungsteam diese Richtlinien für den Konsum von Cannabis. Zehn Regeln sollen zum safer use und zur Schadensbegrenzung beitragen.

22.08.2017
  1. Abstinenz ist, wie auch in der früheren Publikation von Richtlinien zum Cannabis-Konsum genannt, die am weitesten reichende Empfehlung.
  2. Bei Jugendlichen ist das Gehirn noch nicht ausgereift, sondern befindet sich in einer Entwicklungs- und Umbauphase. Psychoaktive Substanzen, zu denen auch Cannabis zählt, können diesen Prozess stören und sich negativ auswirken, so dass das Forschungsteam sich für einen möglichst späten Einstieg ausspricht.
  3. Auswahl des Cannabis-Produkts: Es gibt hochgezüchtete Sorten mit niedrigem CBD- und hohem THC-Gehalt, der für die Rauschwirkung sorgt und im Verdacht für ein erhöhtes Psychose-Risiko steht. Deshalb sei es wichtig, auf den THC- bzw. CBD-Gehalt der Cannabis-Sorte zu achten.
  4. Verzicht auf synthetische Cannabinoide: künstlich hergestellte Cannabinoide, wie sie beispielsweise in "legal highs" oder "Kräutermischungen" enthalten sind, stehen im Verdacht, gesundheitliche Beeinträchtigungen auszulösen.
  5. Rauchen vermeiden: Das Rauchen von Cannabis könnte die Lunge schädigen, ähnlich wie beim Tabak-Rauchen. Weniger schädlich sei der Konsum über Vaporisatoren, in denen Cannabis verdampft wird und nicht verbrannt. Von Cannabis-Konsum in Lebensmitteln wie Keksen oder Getränken rät das Forschungsteam eher ab: Da die Wirkung verzögert einsetzt, bestehe die Gefahr der Überdosierung.
  6. Wird Cannabis geraucht, sollten die Konsumierenden eine tiefe Inhalation vermeiden, um die Lunge zu schützen.
  7. Häufigen Konsum vermeiden, denn die Auswirkungen des Cannabis-Konsums hängen auch davon ab, wie viel, wie oft und auf welche Weise eine Person Cannabis zu sich nimmt
  8. Cannabis sollte aus Sicherheitsgründen nicht im Straßenverkehr oder beim Bedienen von schweren Maschinen konsumiert werden. Abgesehen von der Fahrtüchtigkeit besteht das Risiko, dass nach einer Verkehrskontrolle und Überschreiten des Grenzwertes der Führerschein eingezogen wird.
  9. Bestimmte Risikogruppen sollten gar kein Cannabis konsumieren, beispielsweise, wenn in der Familie Psychosen bekannt sind oder während einer Schwangerschaft.
  10. Mehrfache Risiken vermeiden – eine Kombination aus verschiedenen der oben genannten Aspekte kann negative gesundheitliche und soziale Folgen nach sich ziehen.

 

Mehr Informationen:

https://www.drugcom.de/aktuelles-aus-drogenforschung-und-drogenpolitik/forschungsteam-ueberarbeitet-richtlinien-fuers-kiffen/?uid=0543558662d6ee72cca537421b0db7ec

 

http://www.camh.ca/en/hospital/about_camh/newsroom/news_releases_media_advisories_and_backgrounders/current_year/Pages/Public-health-guidelines-aim-to-lower-health-risks-of-cannabis-use.aspx

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